Die Karibik besteht aus Dutzenden kleineren und größeren Inseln, die eigentlich alle einen Besuch wert sind. Leider fehlt den meisten Menschen die Zeit, mehrere Monate lang von Insel zu Insel zu reisen und jede einzelne mit ihren Besonderheiten kennenzulernen. Eine Kreuzfahrt ist eine Möglichkeit, zumindest mehr als nur eine Urlaubsinsel zu besuchen und einen Teil dieser wunderschönen Region zu erleben.
Arme Karibikinseln profitieren kaum von Kreuzfahrern
Für viele kleinere Karibikinseln sind die Touristen, die im Rahmen einer Kreuzfahrt Karibik und Mittelamerika kennenlernen möchten, Fluch und Segen zugleich. Orte wie die ehemaligen französischen Kolonien Martinique und Guadeloupe oder die Vulkaninseln St. Kitts und Montserrat bekommen eher wenig vom internationalen Touristenstrom in die Karibik ab, der sich auf große Inseln wie Kuba, Jamaika und die Dominikanische Republik konzentriert oder auf Inseln wie St. Lucia und Barbados, die sich ganz bewusst als Luxusziel für Flitterwöchner und Gutbetuchte etabliert haben.
Die fast täglich anlegenden Kreuzfahrtschiffe sorgen dafür, dass auch die kleinen Inseln einen regen Zustrom von Tagestouristen erfahren, von denen die heimische Infrastruktur zumindest teilweise profitiert: Fahrrad- und Mofaverleiher beispielsweise, Bars am Hafen und Souvenirverkäufer, die gezielt auf die Kreuzfahrtgäste zugehen. Andere Bereiche der touristischen Infrastruktur gehen jedoch leer aus: So verzichten die meisten Kreuzfahrturlauber bei Landausflügen auf Restaurantbesuche – wartet doch an Bord eine Rundumverpflegung mit Köstlichkeiten auf sie. Auch Hotels profitieren wenig – ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass die Urlauber ihre Insel auf ihrer Stippvisite so schön finden, dass sie später einmal für längere Zeit wiederkommen.
So können Kreuzfahrturlauber helfen
Eine Karibik-Kreuzfahrt sollte jeder einmal im Leben gemacht haben: Die wunderschönen Inseln, wie Perlen an einer Schnur aufgereiht im tiefblauen Meer, die traumhafte Natur und die Lebensfreude der Einheimischen, die sich in karibischen Klängen wie Salsa und Merengue, im kunterbunten Karneval und in fröhlichen Strandpartys äußert, muss man einmal erlebt haben. Ob Nord-Karibik mit Kuba, Jamaika und Mexiko oder Süd-Karibik mit den niederländischen Antillen, der Isla Margarita und St.Lucia, spielt dabei keine Rolle: sie alle lohnen einen Besuch.
Trotzdem sollten Touristen nicht vergessen, dass sich hinter der lebensfrohen Fassade der Karibikinseln auch Armut verbirgt. Die Souvenirverkäufer an der Mole, die von vielen als aufdringlich empfunden werden, müssen häufig die ganze Familie ernähren und haben nur zweimal am Tag die Chance, ein wenig Geld zu verdienen: wenn die Kreuzfahrer von Bord gehen und wenn sie abends wieder zurückgehen. Ihnen ist schon viel geholfen, wenn ab und zu jemand ihre (sehr günstige) Ware kauft oder im Café am Hafen die köstliche lokale Küche probiert, ehe es wieder an Bord des Schiffes geht.